Oberbürer Flurprozession am Auffahrtstag

Seit dem 5. Jahrhundert pflegt man in der röm. kath. Kirche die Bittprozessionen in der Woche vor dem Fest „Christi Himmelfahrt“.  In Oberbüren wir an Auffahrt noch heute diese alte Tradition der Flurprozession gepflegt. Der gläubige Mensch empfindet seine Existenz hier auf dieser Erde als „peregrinus“, d.h. als in der Fremde. Er weiss, dass diese Welt nicht seine eigentliche Heimat, sondern sein Ziel die himmlische Heimat ist. Darum pilgert der (peregrinare) und bittet Gott darum, dass er in dieser Welt schon Frieden und Glück findet, wenn auch nicht vollkommen, so doch sinnvoll und verheissungsvoll.

Im Bittgang um das Dorf beten die Gläubigen für die Erde und die Menschen, die auf ihr leben. Während der Prozession wird der „glorreiche Rosenkranz“ gebetet und die Allerheiligen-Litanei gesungen. An vier Halten (vier als biblische Zahl für die Welt und das menschliche Werk) hören die Teilnehmerinnen und Teilnehmer je den Anfang aus einem der vier Evangelien und es wird für die besonderen Anliegen und gebetet und mit dem Kreuzpartikel der Segen erteilt: für die Menschen, um Schutz vor Unwetter, Hochwasser und Feuersbrunst, für den Erfolg der Arbeit und für einen unfallfreien und sinnvollen Gebrauch des Verkehrs auf Schiene und Strasse.

Eine erfreuliche Anzahl Pfarreiangehörige sind der Einladung zu diesem alten und sinnvollen Brauch, der im Rahmen des Festtagsgottesdienstes vollzogen wird, gefolgt.