PFARREIFORUM

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Pfarreiforum mit Gottesdiensten Juni 202
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LASST BEIDES WACHSEN BIS ZUR ERNTE

Der Evangelist Matthäus schreibt:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zum Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Weizen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reisst ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. (Matthäusevangelium)

Wer einen eigenen Garten hat, kennt den Ärger mit dem Unkraut. Ständig sind wir am Jäten, um einen schönen Garten ohne Unkraut zu präsentieren.

 

Im Gleichnis des Evangeliums kommt der Ratschlag: nicht zu jäten, sondern das Unkraut und den Weizen wachsen zu lassen – bis zur Ernte. Der Bibeltext mahnt uns zu Gelassenheit und Vertrauen. Was wir als „Unkraut“ ansehen, ist möglicherweise eine kostbare Nutzpflanze.


Auf unser Leben übertragen kann das heissen: Gott glaubt daran, dass der Weizen in uns auch neben dem Unkraut wachsen kann. Gott hat das Gute in unser Herz gelegt und schenkt uns die Kraft, die das Gute zur Entfaltung bringt.

Ich wünsche uns allen, dass wir das Staunen, die Gelassenheit und die Ehrfurcht nie verlernen und alles aufblühende Leben schützen und aufmerksamer werden für das, was einfach nur schön ist – und das kann durchaus auch ein Unkraut sein…
 

 

                                                                                                                     Brigitte Senn