Lektoren & Kommunionhelfer

Vielleicht hat sich schon manch einer die Frage gestellt, warum und was wenn? Aus diesem Grund haben wir Pater Andy Givel von den Pallottinern aus Gossau gebeten, für uns alle in einem schriftlichen Interview einige Fragen zu beantworten:

 

Lektoren


• Wieso soll die Lesung ein Laie bzw. ein Lektor/in halten und nicht der Herr Pfarrer?

Innerhalb der Liturgie gibt es verschiedene Dienste und Aufgaben. So wie es Ministranten und Kommunionhelfer gibt, gibt es auch Lektoren. Es scheint mir sehr wichtig und sinnvoll, wenn nicht nur der Priester oder Diakon sondern eben auch die Laien das Wort Gottes verkünden. Das II vatikanische Konzil hat sich stark für die Vielfalt der Dienste eingesetzt. Es wäre sehr schade, wenn wir sie wieder abschaffen würden.

 

• Darf der Lektor/in die Fürbitte mit einer ganz persönlichen Bitte ergänzen?

Bitten und Beten darf jeder. In gewissen Pfarreien ist es auch üblich, dass nach der letzten vorbereiteten Bitte, frei Bitten formuliert werden können. Diese Form des Fürbittgebetes muss aber eingeübt werden und die Mitfeiernden müssen das wollen.

Ich fände es gut, wenn der Lektor den Zelbranten vor dem Gottesdienst informieren würde, wenn er noch eigene Bitten hinzufügt.

 

• Wie weiss der Lektor/in, welche Lesung am Sonntag zu lesen ist?

Es gibt eine Leseordnung (im Direktorium, welches in jeder Sakristei aufliegt, findet man diese beispielsweise), die weltweit gilt. So werden also in jeden Gottesdienst, ganz egal an welchem Tag, überall die gleichen Lesungen vorgetragen. Es gibt drei verschiedene Lesejahre: A.B.C.

Vorgesehen wäre, dass es an einem Sonntag eine alttestamentliche, und eine neutestamentliche Lesung sowie ein Evangelium gelesen werde. In den meisten Pfarreien in der Schweiz wird aber nur eine Lesung gelesen, damit der Gottesdienst nicht zu wortlastig wird. Doch lohnt es sich schon, die Texte zusammen zu lesen, weil sie aufeinander abgestimmt sind.

 

• Werden jedes Jahr immer wieder die gleichen Lesungen vorgetragen?

Siehe vorherige Frage: Es gibt einen Dreijahreszyklus: A.B.C

 

 

 

 

 

Kommunionhelfer

 

• Welche Voraussetzung muss erfüllt sein, damit ein Kommunionhelfer/in die hl. Kommunion austeilen darf?

Ein Kommunionhelfer/in muss katholisch sein und muss an die sakramentale Gegenwart glauben, sprich einen Bezug zur Eucharistie haben. Ein Kommunionhelfer sollte glaubwürdig und authentisch sein. Dann gibt es einen so genannten Kommunionhelferkurs, der mit der Beauftragung zu diesem Dienst abgeschlossen wird.

 

• Darf ein Kommunionhelfer/in die Krankenkommunion den ans Bett gebunden heimbringen?

Es ist eine ur-christliche Aufgabe, dass den kranken und alten Menschen die Kommunion nach Hause gebracht wurde.

Es ist ein Dienst, welcher Laien sehr gut wahrnehmen können. Gleichzeitig werden die hauptamtlichen Mitarbeiter in der Kirche entlastet.

 

• Was ist, wenn der Kommunionhelfer/in in einer Messfeier zusammen mit einem Priester einem Kind oder nicht getauften Person die hl. Kommunion gibt?

Es ist für mich, der ich beispielsweise derzeit in acht Pfarreien Gottesdienst feiere, unmöglich zu wissen, ob nun jemand der zur Kommunion kommt, wirklich getauft ist oder nicht.

Bei Kindern bei welchen ich nicht sicher bin, frage ich manchmal nach.

Zur Kommunion zu gehen, ist für mich eine Frage des Gewissens und diese Frage muss jeder einzelne mit sich klären, denn das Gewissen ist die höchste Instanz im Menschen.

 

• Kann ein Kommunionhelfer/in in einer anderen Pfarrei die Kommunion austeilen helfen?

Der Kommunionhelferkurs ist nicht an die Pfarrei gebunden. Jede Person, welche den Kurs gemacht hat, bekommt eine Bestätigung und somit eigentlich auch eine Beaufragung für diesen Dienst.

Es ist aber schon so, dass man diesen Dienst in seiner Pfarrei verrichtet.

 

Pater Andy, vielen Dank für dieses Interview.

Diese Fragen wurden von Pater Andy am 30. Oktober 2012 beantwortet.